Nr. 333c
1. Juli 1947

Meldung der SED-Zeitung „Thüringer Volk“


Attentat auf August Frölich
Der Landtagspräsident verletzt - Täter überwältigt und der Polizei übergeben

In den frühen Morgenstunden des Montag wurde im Büro des Thüringer Landtages in Weimar auf den Landtagspräsidenten Staatsminister a. D. August F r ö l i c h ein Attentat verübt. Ein unbekannter Mann, der sich Heinz Andre nannte, und etwa 28 Jahre alt ist, wartete auf das Eintreffen des Präsidenten, um ihm einen Brief persönlich zu überreichen. Als der Präsident im Begriff war, den Umschlag zu öffnen, zog der Mann plötzlich aus dem Rock ein dolchartiges Messer und versuchte, ihm vier Stiche beizubringen, von denen drei den Arm des Präsidenten verwundeten und der vierte, der offensichtlich ein Bauchstoß werden sollte, abgewehrt wurde. Durch das Hinzukommen des Ministerialdirektors H e ß l e r und eines Angestellten des Landtagsbüros konnte der Täter überwältigt und der Polizei übergeben werden. Die Motive, die ihn zu dieser Tat veranlaßten, sind vorerst noch nicht bekannt, doch lassen alle Umstände, unter denen die Tat ausgeführt wurde, darauf schließen, daß es sich um ein planmäßig vorbereitetes Verbrechen handelte. Landtagspräsident Frölich befindet sich trotz der Verletzungen weiterhin im Amt.

(RNT)
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Alle wahren Antifaschisten, Demokraten und Sozialisten werden diesen frechen Ueberfall eines Faschisten zum Anlaß nehmen, ihren Kampf gegen die Reste des Faschismus und Militarismus mit verstärkter Energie fortzusetzen. Die SED ruft die werktätigen Massen zu wuchtigen Demonstrationen auf.


Quelle: Thüringer Volk, 1.7.1947.