Nr. 320e
9. Juni 1947

Notiz des Thüringer Justizministers Helmut Külz (LDP) über die Regierungssitzung


Die Minister M[oog], K[ülz] und Gr[osse] 1 waren demgegenüber 2 der Meinung, dass das Scheitern der Konferenz seitens der Ministerpräsidenten der Ostzone hätte vermieden werden müssen und konnten sich mit der auch von dem Ministerpräsidenten Prof. Dr. P a u l eingenommenen Haltung nicht einverstanden erklären.

Die Mitglieder der Landesregierung waren sich einig darin, daß nach dem Scheitern der Münchener Konferenz die Bemühungen um eine engere und ständige Verbindung zwischen den vier Besatzungszonen nicht nachlassen dürfen, sondern verstärkt werden müssen. Sie stehen bei diesen Bemühungen weiter hinter dem Ministerpräsidenten undhoffen, dass es ihm gelingen wird, die einstweilen abgerissenen Fäden wieder anzuknüpfen, damit durch den gemeinschaftlichen Willen der Besatzungsmächte und des deutschen Volkes ehestens wieder ein einiges, demokratisches Deutschland geschaffen wird.


32Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar , Land Thüringen – Ministerium für [der] Justiz, Nr. 638, Bl. 245r (ms. Ausfertigung).

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