Nr. 316a
5. Juni 1947

Aus dem Protokoll der 2. vorbereitenden Vorbesprechung


Protokoll
der 2. Vorbesprechung zur Ministerpräsidenten – Konferenz am 5. Juni 1947 nachmittags 15. 30 Uhr im Konferenzsaal der Staatskanzlei 1 -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Teilnehmer an der Vorkonferenz : Vorsitzender: Staatsminister Dr. Pfeiffer; Bayern: Stv. Ministerpräsident Dr. Hoegner, Min.Dir. Dr. Seelos; Hamburg: Senatssyndius Dr. Sieveking; Hessen: Staatssekretär Dr. Strauß; Niedersachsen: Ges.Rat a.D. Dr. v. Campe; Nordrhein-Westfalen: Min. Dir. Dr. Wandersleb, Oberreg. Rat Maus; Schleswig-Holstein: Landesdirektor Dr. Lauritzen; Württemberg-Baden: Staatssekretär Gögler, Staatssekretär Dr. Eberhard; Württemberg-Hohenzollern: Min. Rat Dr. Eschenburg, Min. Dr. Dr. Müller; Berlin: Bürgermeister Dr. Acker.

Staatsminister Dr. Pfeiffer eröffnet die 2. Vorkonferenz und stellt fest, daß nunmehr die Vertreter aus der Ostzone sich bereits auf dem Weg nach München befänden. Dadurch, daß noch kein Vertreter aus der Ostzone anwesend sei, müsse sich diese 2. Vorbesprechung lediglich auf eine weitere Vorbereitung der technischen Faktoren und sachlichen Entwürfe beschränken, die so weitgehend sei, daß es der Ostzone möglichst erleichtert werde, bei ihrer Ankunft zu den Einzelheiten Stellung zu nehmen.
[…] Staatsminister Dr. Pfeiffer erörtert das Problem der Beschickung der Arbeitskommissionen durch die Ostzone und betont die besondere Schwierigkeit, die dadurch entsteht, daß die Ministerpräsidenten der Ostzone keinerlei Vertreter mitbringen werden, sodaß nichts anderes übrig bleibt, als daß sich die Ministerpräsidenten von der Vollversammlung entfernen, wenn sie selbst an den Arbeitskommissionen teilnehmen wollen. Min. Dir. Dr. Wandersleb betont die Notwendigkeit, den Ministerpräsidenten aus der Ostzone die Teilnahme an der Tagung trotz ihrer Abwesenheit während der Vorbesprechungen weitgehend zu erleichtern und ihnen deshalb auch das bereits vorliegende Material für die einzelnen Themen möglichst umgehend nach ihrem Eintreffen vorzulegen. Staatsminister Dr. Pfeiffer stellt die Zustimmung aller Sitzungsteilnehmer zu folgendem Plan für die weiteren Vorbereitungen fest:Am Abend des 5. Juni wird den Ministerpräsidenten aus allen Ländern anläßlich Vorbesprechung die Aufstellung der Arbeitskommissionen überreicht mit dem Vorschlag, daß jedes Land berechtigt sein soll, in jede Kommission je 2 Mitglieder zu entsenden. Es soll jeder Delegation dann freistehen, welche Delegierten sie tatsächlich mit der Teilnahme an den Arbeitskommissionen beauftragt, bzw. welcher der Ministerpräsidenten selbst sich zur Teilnahme an den Arbeitskommissionen entschließt. Da für das Tagesprogramm des 6. Juni eine Mittagspause von ca. 2 ¾ Stunden vorgesehen wurde, ergibt sich auch außerhalb der eigentlichen Sitzungen bereits die Möglichkeit, unter Abkürzung dieser Pause schon zur Beratung, insbesondere z.B. für das Wirtschaftsreferat, zusammenzutreten, um den Ablauf des Tagungsprogramms so reibungslos wie möglich zu gestalten.Die Sitzungsteilnehmer waren sich darüber einig, daß die Bestimmung der Vorsitze in den einzelnen Arbeitskommissionen diesen selber überlassen bleiben solle.

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar , Nr. 400, Bl. 34r-38r, Auszüge Bl. 34r, 35r, 37r, 38r (ms. Protokoll); Abdruck des Protokolls in: Werner: Akten (1989/D), Bd. 2, S. 482-484.

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