Nr. 302e
20. Mai 1947

Schreiben des SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck an den brandenburgischen Ministerpräsidenten Carl Steinhoff zur veränderten Fassung des Antwortschreibens


20.5.1947

Lieber Genosse Steinhoff,

Das Antwortschreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard hat noch eine Veränderung erfahren. Ich füge den endgültigen Text bei und nehme an, dass Du damit einverstanden bist. Friedrichs fährt jetzt nach Halle zu Hübener, um sein Einverständnis zu dem Schreiben zu erhalten und gleichzeitig ist Paul nach Halle bestellt worden, um Einsicht in das Antwortschreiben zu nehmen. Ich schicke jetzt an Höcker ebenfalls eine Abschrift. 1 Ich denke, auch er wird mit der jetzigen Formulierung einverstanden sein, die auch die Zustimmung an anderer Stelle 2 gefunden hat. Solltest Du nicht einverstanden sein, so bitte ich schnellstens um Deine telefonische Mitteilung. Im anderen Falle wird Friedrichs die Antwort telegrafisch nach München übermitteln und sie in der Presse und im Rundfunk veröffentlichen.
Friedrichs sagte mir, dass er Ehard ersuchen will, zur Aussprache nach Dresden zu kommen. Inzwischen hat sich der SPD-Mann, Generalsekretär des Länderrates in Stuttgart, Rossmann, durch Aufsuchen unserer Ministerpräsidenten um ihre Zustimmung zu der Einladung bemüht. Ich nehme an, dass er auch bei Dir gewesen ist. Paul hatte mir mitgeteilt, was er alles für Vorschläge gemacht hat. 3 Selbstverständlich machen wir unsere Vorschläge nicht zur Bedingung und werden erst endgültige Stellung nehmen, wenn wir das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Friedrichs und Ehard vorliegen haben. Das alles zu Deiner persönlichen Information.
Mit bestem Gruss
1 Anlage.W. Pieck

Quelle: Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR, Zentrales Parteiarchiv [der SED], N

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