Nr. 283c
24. März 1947


Das Sekretariat des SED-Landesvorstandes nominiert Werner Eggerath für das Amt als Ministerpräsident-Stellvertreter


Sekretariatssitzung am 24. März 1947

Anwesend: Hoffmann, Eggerath, Wagner, Kops, Lehmann, Frölich, Heilmann, Appell,
Wachtel, Doerr, Busse, Eyermann, Vellermann, Eberling, Klaus, Schimpf[…]
Vorsitz: Genosse Hoffmann

Zu Punkt 2 [Regierungs-Angelegenheiten]:
Genosse Hoffmann: Heute morgen ging ein Schreiben von Ministerpräsident Paul ein, aus dem zu entnehmen ist, daß dieser sein Amt längere Zeit wird nicht ausüben können. Am Sonnabend erhielten Genosse Hoffmann und Eggerath durch den General 1 von dieser Tatsache Kenntnis. Es war nicht mehr möglich, das Sekretariat noch einzuberufen. Die Minister waren unterwegs, ein Teil der Genossen auf Kreisdelegierten-Konferenzen. Genosse Eggerath setzte sich mit Juristen in Verbindung, da die Verfassung einen solchen Fall nicht vorsieht. Vor 8 Tagen hatten die Minister eine Besprechung, wobei festgestellt wurde, daß ein längeres Wegbleiben des Ministerpräsidenten untragbar sei. Wichtige Entscheidungen wurden hinten gehalten. Deshalb sollten die gesetzlichen Unterlagen für die Wahl eines Ersatzmannes geschaffen werden. Zufälligerweise hatte Genosse Frölich gestern abend anlässlich der Einweihung seines Hauses Gelegenheit, einige führende Persönlichkeiten anderer Parteien zu sprechen. (Moog, Gärtner, Rücker, Becker). Diese erklärten sich damit einverstanden, einen Gesetzentwurf für die Wahl eines Stellvertreters zu unterstützen. Der Stellvertreter des Marschalls Sokolowskij ist für diese Regelung laut Telefonanruf Sonntagnachmittag. Nach reiflicher Überlegung möchte ich Eggerath vorschlagen. 1) ist er einer der Vizepräsidenten, 2 2) hat er gute Beziehungen zum Block und zur Administration 3 Es wird vorgeschlagen, eine Kommission zu bilden, welche die Frage prüft.
B e s c h l u s s :
Eine Kommission bestehend aus den Sekretariatsmitgliedern Hoffmann, Busse, Wagner, Wachtel, Kops und den Landtagsmitgliedern bezw. Kreisvorsitzenden Jentoch, Eyermann, Steinbrück, Sachse, Heilmann, Gröbe, Lehmann, Volkmann, Langebach sowie als Schriftführer Genosse Eberling prüft die Frage des stellvertretenden Ministerpräsidenten.
Schluss der Sitzung 9 Uhr.
(Klaus)

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Bezirksparteiarchiv der SED Erfurt, IV/L/2/3-031, Bl. 57r, 58r (ms. Ausfertigung).

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