Nr. 283a
22. März 1947

Ministerpräsident Rudolf Paul regt das Gesetz an


Burgk, den 22. 3. 47.

Eingegangen 24.3.47. Fr.
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident!
Mein Gesundheitszustand hat sich zwar gebessert, andererseits ist er aber noch nicht so, daß ich mit Sicherheit den Zeitpunkt angeben kann, in dem ich völlig wiederhergestellt bin. Die Länge meiner Erkrankung 1 macht es bei der starken Belastung der Herren Minister in ihren Ämtern unmöglich, daß sie ohne Schaden für das Land oder ihre Ministerien in der Lage wären, die Vertretung auf so lange Zeit nebenher auszuüben. Aus diesem Grunde bitte ich, den Landtag zu erwägen, für diesen Sonderfall durch ein die Verfassung ergänzendes Gesetz einen Minister ohne Portefeuille vom Landtag zu wählen und ihn mit meiner Vertretung zu beauftragen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird Herr Minister Dr. Appell demnächst zur Einreichung bringen. Mit der Versicherung besonderer Wertschätzung bin ich Ihr ergebenerRudolf Paul .

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Thüringer Landtag, Nr. 359, n. fol. (hs. Ausfertigung auf Kopfbogen „Der Präsident des Landes Thüringen“).

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