Nr. 221a
[o. D.]

Pressemitteilung


Arbeitsminister der amerikanischen Besatzungszone in Thüringen.

Wie bereits gemeldet, befanden sich die Arbeitsminister der Länder Bayern, Württemberg/Baden und Grosshessen 1 vom 21. bis 24. 10. 1946 in Thüringen, um Fragen des Arbeitseinsatzes, des Arbeitsrechts und der Sozialfürsorge gemeinsam mit dem Landesdirektor Gustav A. M ü l l e r vom Landesamt für Arbeit und Sozialfürsorge zu besprechen.

Nach einem Empfang durch den Landespräsidenten Prof. Dr. P a u l, der die Minister in Thüringen herzlich willkommen hiess und ihrer Arbeit vollen Erfolg wünschte, fanden im Landesamt für Arbeit und Sozialfürsorge Besprechungen mit den einzelnen Fachabteilungen statt. Eine Reihe Betriebsbesichtigungen schlossen sich an, um in den Betrieben selbst zu sehen, wie sich die arbeitsmarktpolitischen und fürsorgerischen Massnahmen auswirken.

Mit besonderer Anerkennung sprachen sich die Herren Minister über das Gesehene in dem landeseigenen Betrieb Lederfabrik Hirschberg/Saale aus. In einer Ansprache betonten sie, dass dort wohl der richtige Weg eingeschlagen sei, eine demokratische Wirtschaft aufzubauen, in der der schaffende Mensch bestimmend an der Betriebsführung beteiligt ist und durch vorbildliche Schulungsmassnahmen für diese hohe Aufgabe herangebildet wird. Auch die gute sozialfürsorgerische Betreuung der Belegschaft wurde anerkannt.

Die Herren Minister erklärten, dass sie von dem Gesehenen und den Unterredungen voll befriedigt seien und dass die empfangenen Anregungen dazu beitragen würden, die arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Probleme der beiden Zonen zu fördern. Sie gaben weiter der Hoffnung Ausdruck, dass es bald gelingen möge, die Zonengrenzen zu beseitigen, damit in einem einheitlichen Deutschland auch wieder ein einheitliches Gestalten aller deutschen Fragen möglich sei.


Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 259, Bl. 226r (ms. Ausfertigung).

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