Nr. 204
9. September 1946

Pressemitteilung zur Ehrung Rainer Maria Rilkes


Herrn R.R. Segall
9.9.1946.
für die Presse:

Ehrung Rainer Maria Rilkes.

Der Landespräsident von Thüringen, Professor Dr. Rudolf Paul, hat an die Witwe des Dichters Rainer Maria Rilke, die in einem kleinen Ort bei Bremen lebt, einen Brief ge richtet . 1
Im Einverständnis mit der S.M.A. Thüringen, habe die Landesverwaltung das Haus in Weimar, in dem sich der Nachlass und die Manuskripte der Werke des Dichters befinden, als Rilke-Museum erklärt. Eine Gedenktafel werde auf die Zeiten hinweisen, während deren Rilke in Weimar lebte. Das im Geiste des Dichterphilosophen einzurichtende Museum solle der Rilke-Forschung dienen und der Oeffentlichkeit zugänglich sein. Die Ausgabe der gesammelten Werke solle beschleunigt fertiggestellt werden. Soweit die Landesverwaltung dabei helfen könne, werde sie es tun. Das Gleiche gelte für eine grundlegende Biographie, die der Persönlichkeit des grossen Menschen Rilke gerecht werden soll. Nach ihm werde man eine Strasse in Weimar benennen. Ausserdem sollen, vom Land gestiftet, 2 oder 3 Stipendien an der Universität Jena für Studenten der Philosophie bzw. Philologie laufen, die über Rilke arbeiten wollen.
[ gez. ]
Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, v, Nr. 259, Bl. 15r (ms. Ausfertigung).

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