Nr. 161c
27. Juni - 15. Juli 1946

Aktenvermerke über Rücksprachen der Deutschen Verwaltung für Handel und Versorgung beim Chef der SMAD-Außenhandels-Verwaltung Wassili K. Michin


Berlin, den 27. Juni 1946.
Deutsche Verwaltung für Handel und Versorgung betr.: Bildung eines Interzonenbeirats d. Länder u. Prov.
Aktenvermerk
Das Schreiben des Herrn Präsidenten Hübener in dieser Sache vom 14.6., Aktenzeichen B 4230-1, legte ich Herrn Oberst Michin am 26.6. mit der Bitte vor, entsprechend den Anregungen aus Halle die Bildung des Beirats zu genehmigen und auch die Einberufung einer ersten Beiratssitzung für den 1.7. (im Anschluss an die Spediteurtagung). Herr Oberst Michin erklärte, sich nicht sofort entscheiden zu können. Offenbar muss er diesbezüglich noch mit einer anderen Stelle in Karlshorst Fühlung nehmen (Herrn Kowal?). 1 Wir müssen uns gedulden.I.A. gez. Dr. Breitenfeld. 2 Beglaubigt [ Unterschrift ] Angestellte

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 391, Bl. 8r (ms. Abschrift des im BArchB, D 2, Nr. 3605, Bl. 44r überlieferten Schreibens).



Deutsche Verwaltung für Handel und Versorgung Berlin W 8, den 4. Juli 1946


Aktenvermerk
Betr.: Schaffung eines Interzonenbeirats der Länder und Provinzen der sowjetischen Zone.
Bei seinem heutigen Besuch erzählte mir Herr Dr. Hellmuth vom Landesamt für Handel und Versorgung, Abteilung Interzonenverkehr, Weimar, Herr Oberst Michin habe ihm auf seine Frage über den Stand der Angelegenheit geantwortet: „Er habe jetzt keine Zeit, sich damit zu befassen, das sei eine Sache der Deutschen und sie sollten es unter sich ausmachen.“ Danach glaubte Herr Dr. Hellmuth, dass es den Deutschen Verwaltungen gestattet wäre, ohne weiteres den Beirat zu bilden. Er schlug vor, zu einer ersten Sitzung nach Weimar einzuladen.

Ich antwortete, dass ich die Äußerung des Herrn Oberst Michin nicht so auslegen könne. M. E. müsse Herr Oberst Michin noch mit anderen Ressorts in Karlshorst sprechen, ehe er einen Bescheid geben könne. Ohne ausdrückliche Erlaubnis dürfen die Deutschen Verwaltungen den Beirat nicht bilden. Trotz der nachdrücklichen Befürwortung der Pläne durch die A. A. 3 habe Herr Oberst Michin im jetzigen Zeitpunkt offenbar gewisse Bedenken.

Im übrigen vertrat ich die Auffassung, dass als Tagungsort Berlin gewählt werden möge wegen der beabsichtigten Zusammenarbeit des Beirats mit dem Interzonen-Ausschuß, der guten Verkehrsverbindungen von Berlin zu allen Sitzen der Provinzialverwaltungen und vor allem wegen des Sitzes sämtlicher wirtschaftlichen Zentralverwaltungen in Berlin, die doch im Beirat vertreten sein sollen und häufig vom Beirat werden kurzfristig befragt werden müssen. Die Abhaltung von Beiratssitzungen an den Sitzen von Landes- und Provinzialverwaltungen würde mithin eine sehr viel größere Anzahl von Reisen erfordern als die Abhaltung in Berlin.

Heute abend hatte ich dann Gelegenheit, Herrn Oberst Michin um eine Interpretation seiner Herrn Dr. Hellmuth gegenüber gemachten Äußerung zu bitten. Herr Oberst Michin, der durch meine mehrfachen Vorträge darüber unterrichtet ist, wie sehr die A. A. die alsbaldige Errichtung des Zonenbeirats befürwortet, sagte mir in nicht mißzuverstehender Weise, dass „ohne ausdrückliche Erlaubnis der SMAD der Beirat nicht gebildet werden dürfe und dass die Erlaubnis noch nicht gegeben werden könne. Er wolle in einigen Tagen darauf zurückkommen.“

Im Auftrag
Beglaubigtgez. Dr. Breitenfeld [ Unterschrift ] Angestellte

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 391, Bl. 11r (hektographiert).




Deutsche Verwaltung für Handel und Versorgung Berlin W 8, den 15. Juli 1946


Aktenvermerk

betr.: Bildung eines Interzonenbeirats der Länder und Provinzen in Berlin.

Bei Herrn Oberst Michin in dieser Sache am 9.7. erneut vorstellig geworden mit der Bitte, die Bildung und Einberufung des Beirats doch baldigst genehmigen zu wollen. Herr Oberst Michin äusserte sich dahin, dass er selbst von der Zweckmäßigkeit dieses Beirats nunmehr überzeugt sein. Er müsse darüber [ aber ] 4 noch mit anderen Ressorts sprechen und hofft, bald abschliessenden Bescheid geben zu können.

I. A.
Breitenfeld
Durchschrift an:
1) Herrn Präsidenten der Prov. Sachsen, Halle/Saale2) Herrn Präsidenten des Landes Thüringen, Weimar3) Herrn Dr. Buschmann durch Herrn Behling4) Präsidium5) XI,5

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 391, Bl. 12r (ms. Ausfertigung).

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