Nr. 142a
2. Mai 1946
Das Sekretariat des SED-Landesvorstandes zur Sozial- und Krankenversicherung bei den Jenaer Zeiss- und Schottwerken

P r o t o k o l l über die Sitzung des Sekretariats am 2. Mai 1946, 10.30 Uhr
Anwesend : Hoffmann, Eggerath, Böhme, Brack, Busse, Heilmann, Kops, Sachse, Schimpf, Wachtel
Entschuldigt fehlen: Dr. Wolf, Doerr
Vorsitz: H o f f m a n n
[…]
Gen. B r a c k 1 gibt davon Kenntnis, dass die SMA einem Bittgesuch der Arbeiterschaft der Firmen Zeiss und Schott in Jena auf Empfehlung des Präsidenten des Landes Thüringen stattgegeben hat, wodurch die bevorrechtigte Stellung der Arbeiter von Zeiss und Schott, Jena, in der Krankenversicherung gewahrt bleiben soll.
Hierzu wird beschlossen:
1. Dem Präsidenten des Landes Thüringen soll schriftlich die Missbilligung darüber ausgesprochen werden, dass er sich ohne Fühlungnahme mit dem Landesvorstand der SED und der Landesleitung des FDGB und entgegen deren Auffassung sowie auch entgegen den Beschlüssen der gesamten Landesverwaltung für Sonderinteressen der Belegschaft der Zeiss- und Schott-Werke in Jena bei der SMA eingesetzt hat.
2. Der SMA soll die Auffassung des Landesvorstandes der SED und der Landesleitung des FDGB, die mit der Auffassung des Landesamtes für Arbeit und Sozialfürsorge übereinstimmt, in einem Memorandum dargelegt werden. Die SMA soll gebeten werden, von der Durchführung ihrer Anordnung bezgl. Sozial- und Krankenversicherung der Zeiss- und Schott-Werke im Hinblick auf den organischen Aufbau der Thüringer Sozialversicherung Abstand zu nehmen.
3. Der Betriebsleitung und dem Betriebsrat der Firmen Zeiss und Schott, Jena, sollen die Auffassung des Landesvorstandes zu dieser Angelegenheit mitgeteilt und ihnen dabei klar gemacht werden, dass ihre Eingabe an die SMA vom Landesvorstand als ungehörig angesehen wird.
[…]

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Bezirksparteiarchiv der SED Erfurt, IV/L/2/3-030, Bl. 2r, 3r (ms. Ausfertigung).

1