Nr. 112g
27. Februar 1946
Schlussworte des Vizepräsidenten Ernst Busse

Schlußworte Vizepräsident Busse.
Der Bericht der Landesverwaltung, gegeben durch den Präsidenten, ist in Kritik genommen worden. Wir haben zu dieser Kritik aufgefordert und sagen den Kritikern den positiven Dank und wir werden, dessen können Sie versichert sein, diesen Kritiken gemäß unsere Handlungen abstimmen. Wir danken auch für die positiven Vorschläge. Wir möchten weiter nicht verfehlen, den Diskussionsrednern, die gesprochen haben und die durch die Versammlung selbst abgelehnt wurden, zu empfehlen, sich darüber Gedanken zu machen, warum. Nicht, daß sie hier gestanden haben, deswegen hat man gegen sie Opposition gemacht, sondern weil sie nicht den richtigen Ton und die richtige Form fanden, das, was gesagt werden muß, zu sagen oder weil sie für uns im Augenblick ganz Unwesentliches und Bedeutungsloses sagen. Aber damit ist nicht alles gesagt, wenigsten zu einem besonderen Fall nicht, der durch die Versammlung abgelehnt wurde. 1 Zu diesem besonderen Fall wird die Landesverwaltung feststellen, in wessen Auftrag und von wem geschickt kam er in diese Veranstaltung, und wir werden mit diesen Kreisen so reden müssen, wie sie es auf Grund dieser Ausführungen verdienen. An diese Bemerkung den Schlußsatz. Wir wollen nicht und wir werden nicht dulden, daß irgendwie und irgendjemand die Möglichkeit bekommt, die sich in Thüringen bildende Einheit des ganzen Volkes zu zerstören. Wir werden Mittel finden, diese Zerstörer zu fassen, und wir werden die Kräfte unterstützen, die gewillt und bereit sind – und die Tagung heute hat es gezeigt, daß das die Mehrheit ist – damit wir uns zusammenfinden. Thüringen wird eine Einheit darstellen, von hier aus trotz alledem.

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 251, Bl. 47r (ms. Ausfertigung).

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