Nr. 105b
24. Februar 1946
Schreiben Hans Lukascheks an Landespräsident Rudolf Paul über eine Beratung der Frage in der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft

[ Eingangsstempel Präsidialkanzlei ] 1

Herrn Landespräsidenten Dr. Paul
In der Sitzung von Land- und Forst in Berlin, unter Vorsitz des Präsidenten Hörnle, war der Vertreter der Zentral-Justizverwaltung Berlin anwesend. In der Diskussion, in der auch die Frage des Erbhofgesetzes zur Sprache kam, äusserte er, dass auf Grund eines in den nächsten Tagen zu erwartenden Befehls der SMA Karlshorst jedes Gesetz, das die Länder erlassen wollten, vorher der Zentrale Berlin vorgelegt werden müsste. Ich habe in persönlicher Rücksprache mit ihm über unsere Pläne bezüglich des Höfegesetzes gesprochen. Er äusserte daraufhin, dass in allernächster Zeit durch Befehl der SMA Karlshorst die Frage des Erbhofgesetzes geregelt werden würde und zwar stand er auf dem Standpunkt, dass das Reichserbhofgesetz noch in Gültigkeit sei, in allernächster Zeit aber ein Befehl der SMA Karlshorst ergehen würde, wonach das Reichserbhofgesetz geändert würde und eine erhebliche Lockerung der Bestimmungen eintreten würde.
d. 24/2.4. Dr. Lu/Rei. Lukaschek Vorgetragen ZdA 7/III/S . 2

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 1450, Bl. 241r (ms. Ausfertigung).

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