Nr. 82
12. Dezember 1945
Zwei Schreiben des Landespräsidenten Rudolf Paul an die SMATh zu Befehlsfristen

12. Dezember 1945
Dr. P./Ca.An dieSowjet-Militär-Administration W e i m a r

Der dortige Befehl vom 29. November Nr. 1206 wird mir erst unter dem heutigen vorgelegt. Dadurch bin ich zu meinem Bedauern nicht in der Lage, die in dem Befehl genannte Frist vom 1. Dezember bezw. 5. und 6. Dezember zu wahren. Ich habe die Landesämter angewiesen, schnellstens den Rückstand aufzuholen.Die Verzögerung in der Vorlage der Befehle an mich findet im wesentlichen ihre Erklärung darin, dass der Verwaltungsapparat des Landes mit neuen Kräften arbeitet, die noch nicht eigearbeitet sind und die auch noch nicht über die genügende Erfahrung verfügen.
(Dr. Paul)12. Dezember 1945Dr. P./Ca.


An dieSowjet-Militär-Administration W e i m a r

Der dortige Befehl Nr. 105 vom 30. November 1945 wird mir unter dem heutigen erstmals vorgelegt. Ich bin dadurch zu meinem Bedauern ausserstande, die in dem Befehl genannte Frist vom 10. Dezember einzuhalten. Das Versäumte wird schnellstens nachgeholt.Ich habe unter dem heutigen in meiner Präsidialkanzlei eine neue Abteilung zwecks gesonderter Bearbeitung der Befehle und ihrer ständigen Kontrolle eingeführt, und ich bin überzeugt, dass in Kürze diese Abteilung glatt laufen wird. Die Erledigung der Befehle im allgemeinen Geschäftsgang stösst bei dem neuen Personal und bei der Fülle der eingehenden Post, die ich persönlich erhalte – am Tage teilweise 150 Eingänge – auf unüberwindbare Schwierigkeiten.(Dr. Paul)

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 645, Bl. 39r, 40r (ms. Ausfertigungen).