6. August 1945
Antwortschreiben Hermann Brills an Rudolf Paul

Dr. Hermann L. BrillWeimar, den 6. August 1945.

An denHerrn Präsidenten des Landes Thüringen,W e i m a r

Sehr geehrter Herr Präsident !
Auf Ihr Schreiben vom 31.7.45 teile ich Ihnen mit, dass die „Zuflüsterungen“ Ihrer Umgebung falsch sind. Ich habe niemals etwas gegen Ihre Person, Ihre Regierung oder Ihre Politik unternommen, sondern im Gegenteil alle meine Parteigenossen aufgefordert, auf ihrem Posten zu bleiben, bis sie fortgeschickt werden.
Es ist eine Lüge, wenn Ihnen gesagt wird, ich hätte Sie als „Separatist“ bezeichnet. 1
Über die gegen mich bei der sowjetischen Militär-Administration angebrachten Denunziationen habe ich mich bereits am 27. Juli 1945 mit dem Herrn Garde-Generalmajor Kolesnitschenko unterhalten; sie sind erledigt.
Auf die persönliche Seite Ihres Schreibens einzugehen, versage ich mir. Ich wünsche für meine Person nichts weiter, als daß Sie mich heute und künftig als Beamten des ehemaligen Landes Thüringen nicht schlechter behandeln, als mir im Range gleichstehendeHerren vom Dritten Reich behandelt worden sind, oder von ihrer Regierung behandelt werden. 2
Hochachtungsvoll ![ohne Unterschrift]

Quelle: Bundesarchiv Koblenz , N 1086, Nr. 57a, n. fol. (ms. Durchschrift).

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