26. Juli 1945
Aktennotiz für Landespräsident Rudolf Paul über die Schließung der Banken

Dr. Ko/Bd.Weimar, den 26. Juli 1945 Aktennotiz

Im Laufe des 24. und 25. Juli 1945 wurden in den verschiedensten Städten Thüringens (Apolda, Erfurt, Buttstädt, Weimar, Jena und wohl auch den übrigen) die Banken geschlossen. Den Bankleitern wurde gesagt, daß die Schließung auf eine Dauer bis zu 5 Tagen erfolgen würde.
Hierdurch ist selbstverständlich in der Bevölkerung die allergrößte Beunruhigung entstanden, und zwar aus folgenden Gründen:
a) Wenn die Schließung auf 5 Tage erfolgt, so können im Laufe dieser Woche, insbesondere am Lohntag, Freitag, den 27. ds. Mts., die Lohngelder an die Betriebe und damit an die Arbeiter nicht gezahlt werden.
b) Die Bevölkerung befürchtet, da teilweise auch die Tresore versiegelt worden sind, daß auch der Inhalt der Schließfächer und offenen Depots der Beschlagnahme unterfällt.
Dr. Koch
Bitte um Anhören meines Vortrags Dr. Fischer ges. P.

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar , Land Thüringen - Büro des Ministerpräsidenten, Nr. 1637, Bl. 9r (ms. Ausfertigung mit hs. Vermerken)